02.03.2017

Bericht von der Tagung des Fachbeirates im September 2016

Wiederansiedlung und Erhalt von Wanderfischen durch den LFV-Weser-Ems e.V.

Dr. Jens Salva

 DSC04521 kleiner2

Dr. Jens Salva stellte zunächst mit einem Blick in die Vergangenheit den Bezug zu den aktuellen Aktivitäten her. Die historischen Fangzahlen von Lachsen in Weser und Ems sind Beleg der einst reichen Vorkommen dieser Fischart. In der Neuzeit wird seit 1978 an der Wiederansiedlung des Lachses gearbeitet. Ein Meilenstein zur Öffentlichkeitsarbeit war aus seiner Sicht der Bericht in der Ausgabe 35 / 2000 der Zeitschrift „Spiegel“ mit dem Titel „ Schöner als jedes Märchen“.

Jens Salva selbst ist seit seinem zwölften Lebensjahr (!) in die Wiederansiedlungsprojekte in Weser-Ems involviert. Neben intensiver Öffentlichkeitsarbeit ist ein großer Schwerpunkt die Verbesserung der Strukturdefizite der Gewässer sowie das Erreichen der linearen Durchgängigkeit. In jüngster Zeit sind die Gewässerentwicklungsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit der Anglerschaft vor Ort zusätzlich intensiviert worden.

Die Wanderfischarten, mit denen gearbeitet wird, sind Lachs, Meerforelle und Nordseeschnäpel. Die Projektgewässer sind Delme, Hunte, Ems, Hase, Leda und Jümme mit ihren Nebengewässern.

 Die Besatzprogramme werden durch verschiedene Arten des Monitorings begleitet. Rückkehrer werden mittels Elektrofischerei gefangen und mit PIT-Tags versehen und registriert. Außerdem wurde auch das Unterwassersonar „Didson“ benutzt, um Fischbewegungen vor Fischpasseinstiegen zu beobachten. Weiterhin wurde an der Ems der Versuch unternommen, Lachssmolts mittels schwimmenden Käfigs, vorbei an den Netzhamen im Mündungsbereich, in das Wattenmeer zu begleiten.

Als Probleme nannte Jens Salva vor allem: zu schmale Gewässerrandstreifen, Viehtritt an Uferböschungen, immer noch zu harte Gewässerunterhaltung und fehlende lineare Durchgängigkeit der Fließgewässer.

Sehr intensive und erfreuliche Arbeit wird bei der naturnahen Gestaltung von Gewässern geleistet. Um den Sandtrieb einzustellen, wird so oft wie möglich versucht, die Aue wieder in das Fliessgewässergeschehen mit einzubeziehen und die immer noch vorherrschenden Trapezprofile zu entfernen. Auf diese Weise sind punktuell sehr schöne kiesige naturnahe Gewässerabschnitte entstanden. Diese Aktivitäten müssten laut Jens Salva flächendeckend und nicht nur punktuell in Angriff genommen werden. Das Umsetzungstempo der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird als deutlich zu langsam eingeschätzt.

Der komplette Vortrag ist hier zufinden.

Die Übersicht über alle Präsentationen des Fachbeirates finden sie hier.