27. Oktober 2017

Lachssmoltwanderung : Null Prozent Schäden durch Wasserkaft - trotzdem mindestens 12,8 Prozent Smoltverluste an einem Wanderhindernis

 

Unkelmuehle Smolt2 50

Wie ist das zu erklären? An der Unkelmühle in der Sieg (Rheineinzugsgebiet) ist die dortige Wasserkraftanlage mit einem 10mm Vertikalrechen ausgestattet worden, so dass kein Smolt durch die Wasserkraftanlage wandern konnte (musste). Jedoch im Staubereich vor der Staustufe und auf der von der WKA beeinflussten Strecke im Unterwasser waren die Verluste deutlich erhöht verglichen mit der natürlichen Fließstrecke der Sieg. Dies hat das renommierte norwegische NINA Institut in enger Zusammenarbeit mit der UNI Köln wissenschaftlich belegt. Die Untersuchungen wurden in den Jahren 2014 und 2015 durchgeführt.

Der Grund war ein deutlich erhöhter Fraßdruck durch Raubfische in Ober- und Unterwasser der Anlage, sowie zusätzlich durch Kormorane im Unterwasser der Anlage.

Diese Menge an Verlusten an einem einzigen Hindernis ist nicht tolerierbar. Im Vergleich dazu besteht in den Niederlanden derzeit die Vorgabe von maximal zehn Prozent Verlust in der gesamten Staukette, also auf der gesamten Länge des Fließgewässers.

Die notwendige Konsequenz aus Sicht wandernder Fische kann nur sein, so viele Kulturstaubereiche wie möglich zu entfernen, anstatt durch die Planung von neuenWasserkraftstandorten deren Bestehen zu manifestieren.

Der angesprochene Report zur Unkelmühle ist zu finden unter: http://forum-fischschutz.de/sites/default/files/NINA_Smoltreport_1203_0.pdf