02.03.2017

Bericht von der Tagung des Fachbeirates im September 2016

Wiederansiedlung und Erhalt von Wanderfischen durch den LFV-Weser-Ems e.V.

Dr. Jens Salva

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Dr. Jens Salva stellte zunächst mit einem Blick in die Vergangenheit den Bezug zu den aktuellen Aktivitäten her. Die historischen Fangzahlen von Lachsen in Weser und Ems sind Beleg der einst reichen Vorkommen dieser Fischart. In der Neuzeit wird seit 1978 an der Wiederansiedlung des Lachses gearbeitet. Ein Meilenstein zur Öffentlichkeitsarbeit war aus seiner Sicht der Bericht in der Ausgabe 35 / 2000 der Zeitschrift „Spiegel“ mit dem Titel „ Schöner als jedes Märchen“.

Jens Salva selbst ist seit seinem zwölften Lebensjahr (!) in die Wiederansiedlungsprojekte in Weser-Ems involviert. Neben intensiver Öffentlichkeitsarbeit ist ein großer Schwerpunkt die Verbesserung der Strukturdefizite der Gewässer sowie das Erreichen der linearen Durchgängigkeit. In jüngster Zeit sind die Gewässerentwicklungsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit der Anglerschaft vor Ort zusätzlich intensiviert worden.

Die Wanderfischarten, mit denen gearbeitet wird, sind Lachs, Meerforelle und Nordseeschnäpel. Die Projektgewässer sind Delme, Hunte, Ems, Hase, Leda und Jümme mit ihren Nebengewässern.

 Die Besatzprogramme werden durch verschiedene Arten des Monitorings begleitet. Rückkehrer werden mittels Elektrofischerei gefangen und mit PIT-Tags versehen und registriert. Außerdem wurde auch das Unterwassersonar „Didson“ benutzt, um Fischbewegungen vor Fischpasseinstiegen zu beobachten. Weiterhin wurde an der Ems der Versuch unternommen, Lachssmolts mittels schwimmenden Käfigs, vorbei an den Netzhamen im Mündungsbereich, in das Wattenmeer zu begleiten.

Als Probleme nannte Jens Salva vor allem: zu schmale Gewässerrandstreifen, Viehtritt an Uferböschungen, immer noch zu harte Gewässerunterhaltung und fehlende lineare Durchgängigkeit der Fließgewässer.

Sehr intensive und erfreuliche Arbeit wird bei der naturnahen Gestaltung von Gewässern geleistet. Um den Sandtrieb einzustellen, wird so oft wie möglich versucht, die Aue wieder in das Fliessgewässergeschehen mit einzubeziehen und die immer noch vorherrschenden Trapezprofile zu entfernen. Auf diese Weise sind punktuell sehr schöne kiesige naturnahe Gewässerabschnitte entstanden. Diese Aktivitäten müssten laut Jens Salva flächendeckend und nicht nur punktuell in Angriff genommen werden. Das Umsetzungstempo der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird als deutlich zu langsam eingeschätzt.

Der komplette Vortrag ist hier zufinden.

Die Übersicht über alle Präsentationen des Fachbeirates finden sie hier.

 

12.03.2017

Bericht von der Tagung des Fachbeirates im September 2016

Das Europäische Telemetrie Netzwerk für Wasserlebewesen –

Dr. Jan Reubens Universität Gent/Belgien

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Frischer Wind aus Belgien!

Jan Reubens von der Universität Gent stellte das European Aquatic Animal Telemetry Network (EAATN) vor.

Der Leitgedanke des Fachbeiratstreffens in Siegburg war der grenzüberschreitende Austausch von Informationen zur Fischtelemetrie. Zur großen Überraschung von Teilnehmern und Veranstaltern wurde dieses Konzept in Belgien bereits in großen Teilen in die Tat umgesetzt. Dieser Ansatz ist für Wanderfische so wichtig, weil zumindest von den diadromen Wanderfischen (Wechsel zwischen Süßwasser und Salzwasser) bekannt ist, dass sie die eigentlichen Kerngebiete von Fischmonitorings auf ihren Wanderungen verlassen und zu ihren weiteren Wanderungen in der Regel kaum Daten vorliegen. Der Ansatz eines Europäischen Verbundes von Telemetriedaten wäre ein Quantensprung bei der Klärung von Fragen nach dem Wanderverhalten individueller Fische und der Faktoren, die darauf Einfluss nehmen.

Jan Reubens berichtete, dass man im belgischen Teil der Nordsee einen Verbund von Sendern installiert hat, der dafür gedacht ist, die Wanderungen von Dorschen zu verfolgen. Die Bestandsentwicklung der Dorschpopulation sollte auf diese Weise untersucht werden. Dabei stellte sich interessanterweise heraus, dass sich Dorsche rund um Offshore-Windkraftanlagen versammeln. Noch überraschender war die wissenschaftliche Erkenntnis, dass sich die Dorsche im Winter im Ästuar der Schelde aufhalten. Eine Tatsache, die laut Jan Reubens allerdings in Anglerkreisen schon länger bekannt war…

Im Salz- und Süßwasser in und um Belgien wurden 196 (!) akustische Horchstationen (engl. Acoustic Listening Stations –ALS) installiert, mit denen mittlerweile eine Vielzahl von Fischarten bei ihren Wanderbewegungen beobachtet werden können. Das EAATN kommuniziert außerdem mit der aus Kanada stammenden globalen Plattform „Ocean Tracking Network (OTN)“.

Derzeit basiert das Netzwerk auf Daten, die mit akustischer Telemetrie der Firma Vemco, Kanada, erzeugt wurden. Jan Reubens hob hervor, dass das Netzwerk jedoch offen sei für jegliche Telemetriedaten, auch aus anderen Projekten.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein Aal beispielsweise, konnte vom niederländischen Teil des Dollarts (Emsmündung) bis in die Scheldemündung in Belgien (ca. 400 km) verfolgt werden. Ohne Vernetzung von Telemetrieprojekten wäre dieser Wanderweg, wie wohl die meisten anderen, verborgen geblieben.

Dieser Ansatz bietet vielen Wanderfischprojekten eine gute Möglichkeit, zusätzliche Informationen über die Wanderrouten der Fische, besonders außerhalb der jeweiligen Projektgebiete, zu erhalten.

Projekte, die an einer Kooperation mit dem EAATN interessiert sind, können mit Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! direkt Kontakt aufnehmen.

Der komplette Vortrag ist hier zufinden.

Die Übersicht über alle Präsentationen des Fachbeirates finden sie hier.

14.03.2017

Der Bericht zur Lachssaison in Sachsen 2016 ist aktuell verfügbar...

...unter https://www.landwirtschaft.sachsen.de/landwirtschaft/download/Bericht_ueber_den_Verlauf_der_Lachssaison_2016.pdf  

04.01.2017

Report aus der Zeitschrift "Fliegenfischen 6/2016" - zur Lachs-Situation in Norwegen - von Manfred Raguse

Mit offenen Augen in den Untergang!

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Foto aus dem Beitrag der Zeitschrift 'Fliegenfischen 6/2016'

In der Ausgabe 6/2016 der Zeitschrift "Fliegenfischen" ist ein Artikel zum Thema Bedrohung der Wildlachsbestände durch Lachsfarmen in Norwegen erschienen. Der Inhalt ist für Lachsschützer und Verbraucher gleichermaßen wichtig.

Die "Fliegenfischen" war so freundlich uns die Veröffentlichung des Artikels zu gestatten. Aus diesem Grunde finden Sie hier das brisante Vorwort von Chefredakteur Michael Werner so wie den eigentlichen Artikel von Manfred Raguse.

 

 

 

 

20.12.2016 Winfried Klein und die Arbeit der IG-Lahn - Vortrag auf dem Treffen des Fachbeirates in September 2016

Lachse, Wasserkraft und Netzfischerei !

Die Lachswiederansiedlung an der Lahn begann mit einem ersten Besatz im Jahr 1993. Das Besatzmaterial stammte aus der Ardour (Frankreich). Ab dem Jahre 2000 wurde mit
Besatzmaterial aus dem Allier gearbeitet und ab 2004 mit dem schwedischen Ätran-Stamm. Schon 1997 gab es die ersten festgestellten Rückkehrer an der Lahnmündung in den Rhein. Im Jahr 2006/2007 gab es, laut Winfried Klein einen signifikanten Rückgang bei den Rückkehrerzahlen. Man vermutet, dass dieser Rückgang mit der Änderung des niederländischen Fischereigesetz zusammenhängt (vermehrte Nebenerwerbsfischerei und damit mehr Beifänge). Allerdings wurde in dieser Zeit auch auf den Besatz mit Smolts (mit Fettflossenschnitt engl. adipose clipping , Kurzform ac) umgestellt und in anderen Rheineinzugsgebieten gab es zu diesem Zeitpunkt keinen Einbruch (Sieg, Kinzig) bei den Rückkehrern, so dass es hier noch Klärungsbedarf gibt, warum die Rückkehrerzahlen seit dieser Zeit konstant niedriger sind als zuvor. Aktuell wird wieder mit Parrbesatz gearbeitet.

Bis heute wurden 108 adulte Lachsrückkehrer in der Lahn festgestellt.

Die gefangenen Rückkehrer wurden für die eigene Brutanlage zum Abstreifen genutzt.

Fischpässe werden von der IG Lahn als am besten eingeschätzt, je mehr sie naturnahen Bächen gleichen. Zu technisch ausgeführte Anlagen werden kritisch gesehen, weil sie im Lahngebiet nur sehr eingeschränkt oder gar nicht funktionieren.

Beim Thema Wasserkraftnutzung wird am Beispiel der Aale seit vielen Jahren auf die sehr große Sterblichkeit von Aalen bei der Abwanderung (flussabwärts) hingewiesen. Hierzu hat
Winfried Klein selbst viele Beweise gesammelt.

Winfried Klein ist der Meinung, dass es überaus wichtig ist, dass die vielen verschiedenen Wanderfischprojekte unbedingt mehr zusammenarbeiten müssen, um auf politischer Ebene mehr Einfluss auf die noch immer zu stiefmütterlich behandelten Fließgewässer zu nehmen.

Besonders das Thema Wasserkraft und illegaler Netzfang von Fischen sind aus seiner Sicht die größten Missstände.

Der komplette Vortrag ist hier zufinden.

Die Übersicht über alle Präsentationen des Fachbeirates finden sie hier.

20.11.2016 Störfang in der Elbe - Europäischer Stör oder Fremdart ?

Störfang in der Elbe !

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Am 2.8. wurde von Stefan Kressack in der Elbe ein Stör mit der Angel gefangen.

Seit 2008 werden im Rahmen der Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs im Elbeeinzugsgebiet Störe ausgewildert. Das vom BfN iniitierte und begleitete Vorhaben findet im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Arterhaltung des Europäischen Störs statt. Im Zuge dieser Arbeiten wurden bislang etwa 19.500 Störe zwischen 10 und 45 cm in die Elbe und ihre Nebenflüsse Mulde, Havel, Stör und Oste besetzt. Rückfänge liegen bislang vonehmlich aus der kommerziellen Fischerei vor.

Dieser aktuelle Störfang an der Elbe wirft Fragen auf. Ist es die Art "Europäischer Stör (Acipenser sturio)" die von der Gesellschaft zur Rettung des Störes im Rahmen der Wiedereinbürgerung in der Elbe ausgesetzt wird? Wie kann man die Störarten überhaupt voneinander unterscheiden? Darf man Störe mitnehmen und verwerten? Welche Störarten dürfen in der Elbe ausgesetzt werden? Woher kommen die nicht heimischen Störe?

Das Wichtigste zuerst: derzeit muss jeder gefangene Stör unabhängig von der Artzugehörigkeit zurückgesetzt werden, was in diesem Fall auch geschah. Es wäre aber sehr wichtig, gute Fotos von den gefangenen Stören zu machen, die im Nachhinein zur Bestimmung der Art herangezogen werden können.

 

Stoer Elbe Mark1

Der hier abgebildetete Stör aus der Elbe ist nicht eindeutig zu identifizieren, aber wahrscheinlich ein Störhybride.

 

Zum Status der Störe in Deutschland: Es gibt 2 Arten von Stören, die in den Ostsee- und Nordseezuflüssen in Deutschland von Natur aus heimisch sind. Der "Europäische Stör (Acipenser sturio)" in Eider, Elbe, Weser, Ems und Rhein und der "Baltische oder Atlantische Stör (Acipenser oxyrinchus)" in der Oder. Weiterhin gibt es historische Nachweise im Einzugsgebiet der Donau vom "Sterlet (Acipenser ruthens)", "Hausen (Huso huso)" und "Waxdick (Acipenser gueldenstedtii)" siehe auch db.wanderfische.eu unter historische Daten.

Beide erstgenannte Arten gelten in Deutschland als verschollen oder ausgestorben. Die Gesellschaft zur Rettung des Störs betreibt die Wiederansiedlungsprojekte in Nord- und Ostseezuflüssen. Für den "Europäischen Stör "werden auf Basis eines Restvorkommens aus Frankreich in Frankreich und Deutschland Elterntierbestände aufgebaut und Nachzuchten im Rahmen von Wiederansiedlungsprojekten in der Gironde und in der Elbe experimentell besetzt.
Vom "Baltischen Stör" wird in der Außenstelle Born der "Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei" ein Elterntierbestand gehalten, mit dem in kontrollierter Vermehrung Nachwuchs für den Besatz erzeugt wird. Diese Fische werden durch die "Gesellschaft zur Rettung des Störs" ausschließlich im Bereich der Oder ausgesetzt.

Für die Projektbetreiber ist es natürlich wichtig, auf Basis von Zufallsfängen mehr über die Verbreitung und das Wachstum der besetzten Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu erfahren. Deshalb wird seit Jahren dazu aufgerufen, Fänge von Stören in den Flüssen und Küstengebieten Norddeutschlands zu erfassen und an die Gesellschaft zu melden (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Wie kann man einheimische von nicht einheimischen Stören unterscheiden?

Allen Stören gemeinsam sind:

  1. die 5 Reihen Knochenplatten entlang des Körpers

  2. Vier Barteln vor der Maulöffnung

  3. Unter dem Kopf liegendes, ausstülpbares Maul

  4. Die Körperform mit der weit hinten liegenden Rückenflosse und der lang ausgezogenen Schwanzflosse

Unterscheiden lassen sich die Arten nach:

  1. der Position der Barteln im Verhältnis zur Schnauzenspitze und zum Maul (Position mittig zwischen Maul und Schnauzenspitze).

  2. Kleine Knochenplättchen zwischen den Reihen der Knochenplatten rhombisch (nicht sternförmig, keine zusätzlichen Reihen mittelgroßer Knochenplatten)

  3. Vorkommen von Knochenplatten entlang der Analflosse

  4. Rückenflosse steil, etwa so lang wie hoch

Stoer Elbe mark

 

Für die Störbestimmung wichtige Bereiche zur Bestimmung sind in den Abbildungen oben mit roten Kreisen markiert. Gute Aufnahmen aus diesen Bereichen wären wichtig.

Beispiele für solche Störfotos vom gemeinen oder europäischen Stör finden sie unter http://wanderfische.de/Fischarten/Stoere/Acipenser_sturio.htm

Wer zu diesem Thema tiefer einsteigen möchte, kann die weiterführenden Hinweise zur Bestimmung von Stören (Quelle: CITES) am Beispiel der beiden oben genannten Arten hier weiter unten benutzen.

Eine weitere Möglichkeit besteht unter : http://www.wanderfische.de/Fischarten/Stoere/stoerschluessel.htm .

 

Schritt eins bei der Bestimmung der in Deutschland heimischen Störarten nur dieser Pfad wird verfolgt :

IUCN 1

Falls die ersten Kriterien zutreffen geht die Bestimmung weiter bei der Nummer 2 in Lila.

IUCN 2

Wenn die Schnauzenform wie unter 2(lila) beschrieben zutrifft weiter unter 3 (grün)

IUCN 3

Bei den Hausenarten (Huso) stülpt sich das Maul schräg nach vorne vor bei Acipenser nach unten, das Maul des Hausen ist
so breit wie der Kopf.

IUCN 4


Die Störe der Gattung Acipenser die unseren Stören ähnlich sind haben eine spezielle
Körperform, dies kann bei Hungerfischen aber nicht klar erkennbar sein!

IUCN 7

 

NUR bei Baltischem und Europäischem Stör sind auch um die Afterflosse Knochenplatten angeordnet.

 

 

 

 

13.10.2016 Die historischen Daten auf der Wanderfischdatenbank sind um eine Vielzahl von Informationen erweitert worden

Wanderfischfänge aus der Jahrhundertwende sind jetzt aktuell verfügbar !

Herrn Rolf Irmen, ein engagierter Angler und Naturschützer, hat freundlicherweise die Berichte des Rheinischen
Fischereivereins aus der Zeit von 1889 bis 1905 zur Verfügung gestellt.

 

 

11.10.2016 Ein tolles und sehr informatives Video wurde vom sächsischen Elblachs-Projekt erstellt

In mehrjähriger Arbeit hat das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie/Referat Fischerei einen kurzen Film (ca. 12 min) in Eigenregie über das sächsische Lachsprogramm erstellt. Unter dem nachfolgenden Link ist dieser nun öffentlich zugänglich: https://www.youtube.com/watch?v=gTfSPstvMJ4

 

SÄCHSISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE

Referat 76 | Fischereibehörde

 

 

  

 

Treffen des Fachbeirats mit dem Schwerpunkt „Fischmarkierung und Telemetrie“ mit Finn Økland

Zweites Treffen des Fachbeirats von „Wanderfische ohne Grenzen“ hat stattgefunden!

Am 13. und 14. September 2016 traf sich der Fachbeirat des Vereins in Siegburg an der Sieg.

 Ilmenau Lachs 128cm

Aktueller Bericht von der Ilmenau - 18.09.2016

Totfund eines riesigen Lachses aus der Ilmenau (Einzugsgebiet der Elbe)

Am 14.8.2016 wurde dieser Lachs im Ilmenau-Kanal (begradigter Unterlauf der Ilmenau) tot aufgefunden.
Länge: 128 cm. Da die Waage nur bis 13 kg anzeigen konnte und der Fisch schwerer war ist das genaue Gewicht nicht bestimmt worden.

Ab einer gewissen Körperbreite hatte der Fisch sämtliche Schuppen verloren (siehe Foto unten), was darauf hindeutet, dass dieser möglicherweise versucht hat, die Nadelwehre in der Ilmenau zu überwinden.

Zur Abflusssteuerung werden dort mitunter einige Nadeln gezogen, was dann sehr schwimmstarken Fischen die Möglicheit bietet, eine solche Stelle zu überwinden.

 

Ilmenau Lachs 128cm nah

In der Ilmenau werden jährlich 5000 Junglachse ausgesetzt. Der Fisch im Bild hatte allerdings wahrscheinlich keine Fettflosse. Im gesamten Einzugsbereich der Elbe wird nur in Brandenburg an der Stepenitz mit Fettflossenschnitt als Markierung gearbeitet. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass dieser Fisch sich als Streuner in die Ilmenau verirrt hat, aber eigentlich aus Besatzmaßnahmen an der Stepenitz stammt.

Bild1

Aktueller Bericht von der Weser - 04.08.2016

Fang eines Aales mit Sender im Bereich der Unterweser

Am 8.7.2016 wurde im Strohauser Sieltief ein Aal mit einem Radiosender gefangen :

Länge: 75 cm,
Sendernummer: 300 041
- 300 ist das Kürzel für die Frequenz 150.300 mHz, 041 ist die Sendernummer

Fangort : Deutschland, Landkreis Cuxhaven, Strohauser Sieltief (Unterweser) 

Aus der interessierten Anglerschaft kam die Nachfrage woher der Sender stammen könnte.

 Aktueller Bericht aus Dessau

Die Mulde – ein Lachsfluss soll wieder leben!

Das Stadtwehr an der Mulde in Dessau wird derzeit mit einer Fischwanderhilfe ausgestattet.

Ein Bauwerk mit Erfolgsaussichten ?

Die Mulde, ein Nebenfluss der Elbe, galt in historischer Zeit als eines der bedeutsamsten Laichgebiete für den Elblachs und bot ideale sowie großflächige Laichhabitate. Allein in Dessau am berühmten „Lachsfang“ wurden im Mittelalter jährlich bis zu 6.000 Lachse gefangen. Heute zeichnet sich die Oberlaufregion des Flusssystems nach dem Wegfall zahlreicher Belastungsquellen wieder durch gute Wasserqualität und über weite Strecken gut durchströmte steinig-kiesige Gewässergründe aus. Lachse und Meerforellen könnten sich dort sehr gut fortpflanzen, weshalb Sachsen im Rahmen seines Lachs-Programmes bereits auch seit einigen Jahren Besatzmaßnahmen durchführt. Durch das mündungsnahe Stadtwehr in Dessau wird ihnen allerdings seit vielen Jahren der Zugang zu den ehemaligen Laichhabitaten versperrt.

Wanderfische ohne Grenzen e.V.

World Fish Migration Day - Event im Patagonia Store München

Mitten in München lud die Firma Patagonia in ihrem Ladengeschäft zu einer Veranstaltung anlässlich des World Fish Migration Day 2016 ein. Mitgestaltet und fachlich begleitet wurde der event vom Verein „Wanderfische ohne Grenzen – NASF Deutschland“.

World Fish Migration Day

Weltwanderfischtag in Meinersen /Niedersachsen

In enger Zusammenarbeit mit der Aller-Oker-Lachs-Gemeinschaft (AOLG) hat der Verein Wanderfische ohne Grenzen – NASF Deutschland die zweite Veranstaltung des Vereins in Deutschland mitgestaltet.

Bei perfektem Wetter und gutem Besuch waren die Weichen für eine gelungene Veranstaltung gelegt.

Samstag, 21. Mai 2016

Weltwanderfischtag - World Fish Migration Day

Der Weltwanderfischtag rückt näher.

Geben Sie den wandernden Fischarten eine weltweite Plattform.

Der Verein "Wanderfische ohne Grenzen - NASF Deutschland" wird an zwei Orten in Deutschland präsent sein :

 

1. in Meinersen Niedersachsen

Weltwanderfischtag in Meinersen

 

2. in München
Weltwanderfischtag in München

 

Ein sehr schöner Kurzfilm zum Weltwanderfischtag ist bei YouTube verfügbar unter :

Kurzfilm zum Weltwanderfischtag

unbedingt ansehen !

 

    

Interview mit Christoph Kaiser zum Thema:

Wanderfische in der Küche

Wir haben mit einem Koch aus der Spitzengastronomie über Wanderfische in der Küche und alternativen zu möglichst billigen Zuchtlachsen gesprochen.

Lest hier unser Interview mit Christoph Kaiser:

Erlebniswelt Fliegenfischen (EWF) in Fürstenfeldbruck am 9./10.4.2016

"Wanderfische ohne Grenzen - NASF Deutschland" auf der EWF

Kommendes Wochenende am 9. und 10. April werden wir mit einem Stand auf der Messe "Erlebniswelt Fliegenfischen" in Fürstenfeldbruck vertreten sein. Wir freuen uns darauf, Sie zu sehen und mit Ihnen die Belange der Wanderfische zu erörtern.

Am Samstag, dem 9.4. werden wir um 11:45 einen Vortrag zum Thema "Wanderfische und Wasserkraft - Sind Fische die Verlierer der Energiewende?" halten. Der Vortrag findet im Vortragssaal S5 statt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und interessante Gespräche!

 

 

  

Wanderfisch-Reihe Flussportraits:

Die Dreisam

In den kommenden Monaten wollen beispielhafte Flüsse und Projekte vorstellen, die es Wanderfischen ermöglichen, wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückzukehren.

Wir machen sichtbar, dass Naturschutz Tieren und Menschen gleichermaßen nützt. Intakte Gewässer sind im Interesse Aller!

Alta Wild Salmon Conference im Februar 2016:

Norwegische Wildlachs-Bestände stark gefährdet

Anfang Februar fand im Norden Norwegens die ALTA Wild Salmon Conference statt. Orri Vigfusson, der Vorsitzende des NASF worldwide, nahm an dem Treffen norwegischer Wissenschaftler teil und berichtet von alarmierenden Forschungsergebnissen.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  1. Nur noch 22% der norwegischen Lachsflüsse verfügen über intakte Lachsbestände!
  2. Norwegen befischt Lachse im Altafjord immer noch mit tödlichen Krokgarn-Netzen! Diese Netze sind in anderen Ländern schon lange verboten.
  3. Norwegische Lachsfarmen verschlechtern den Genpool von Wildfischen! Wissenschaftler schätzen, dass jährlich über eine Million Zuchtlachse aus den Farmen entkommen. 65% der norwegischen Flüsse sind schon betroffen, 20% haben schon schwere Schäden erlitten.
  4. Lachsfarmen in Norwegen produzieren jährlich 1,2 Millionen Tonnen Fisch. Dies ist nur durch massiven Einsatz von Chemikalien und Antibiotika im Meer möglich. Fischläuse sind aber inzwischen gegen Bekämpfungsmittel resistent und breiten sich unkontrolliert in den Fjorden aus!
  5. Entgegen jeder ökologischen Vernunft plant Norwegen zwei Kupfer- und Titanminen in wichtigen Lachsfjorden. Die Abfälle der Minen sollen im Meer entsorgt werden. Der NASF unterstützt Proteste gegen die geplanten Projekte.

Weitere Informationen unter:

Alta wild salmon conference

http://www.nasfworldwide.com/

und http://nu.no/

 

 

February 2016:

Report on the "Wild Salmon Conference" in Alta/Norway by Orri Vigfússon/NASF worldwide

NORWAY´S WILD SALMON DECLARES BANKRUPTCY - FISHFARMS THE PRINCIPAL CAUSE

About 300 people attended the ALTA Wild Salmon Conference hosted by the Alta river owners, Norwegian River Owners and others. Torfinn, Tor-Erlend, Vegard and Hans Kristian did a magnificent job putting together a very important and successful event. This was mostly a sad gathering of people appalled at the evidence of the fast disappearance of the wild salmon in Norway.

Netzfischerei am River Dart in Devon/England eingestellt

DART - Ein berühmter englischer Lachsfluss wird mit Untestützung des NASF wiederhergestellt.

Der „River Dart“ im County Devonshire war einst ein wichtiger Lachsfluss des Vereinigten Königreichs. In den letzten Jahren sind wenige Lachse von ihrer Reise in den Atlantik zurückgekehrt und die langfristige Zukunft dieses Bestandes scheint gefährdet.

Bild:  Marode Wehranlage in der Aller in Müden/Dieckhorst, die erneuert und mit einer neuen WKA versehen werden soll.

 

Bericht zur Genehmigung einer Wasserkraftanlage (WKA) in der Aller

Planfeststellungsbeschluss für Wasserkraftanlage in FFH Gebiet in Niedersachsen

Erneute Genehmigung zur Erzeugung von Wasserkraft in Verbindungsgewässer des niedersächsischen Fließgewässerschutzsystems.

NASF – Norwegen – Versteigerung von Lachs Angel Lizenzen 2015

Am Donnerstag, den 29.10.2015, findet die diesjährige Internet Auktion von Lachs Angellizenzen an internationalen Lachsflüssen statt. Nutzen Sie die Chance und ersteigern Sie einige herrliche Angeltage an den schönsten Lachsflüssen der Welt und helfen Sie gleichzeitig, den Atlantischen Wildlachs zu retten.

Hier geht es zur Info Seite der NASF - Oslo Auction 2015:

http://www.reddvillaksen.no/wp-content/uploads/2015/10/2015-NASF-Oslo-auction-final-english.pdf

 

NASF – Norway Auction of Salmon Fishing Licenses 2015

On Thursday October 29, 2015 the Online Auction of Salmon Fishing Licenses for international salmon rivers will be held in support of the Wild Atlantic Salmon. Take the chance to buy some fascinating days of fishing on the most beautiful Salmon Rivers in the World and help saving the Wild Atlantic Salmon at the same time.

Please find information on the NASF- Oslo Auction 2015 website here:

http://www.reddvillaksen.no/wp-content/uploads/2015/10/2015-NASF-Oslo-auction-final-english.pdf

  

Atlantic Salmon Summit in Huningue (Frankreich)

Vom 1.- 3. Oktober luden der WWF Schweiz und das ERN France nach Huningen bei Basel ein.

Die Frage nach „den Engpässen und Lösungen für Wanderfische auf See und im Flusssystem des Rheins“ wurde von ca. 100 Experten aus dem gesamten Nordatlantischen Raum diskutiert. Neueste Forschungsergebnisse, Erkenntnisse und Lösungsansätze zu der Durchgängigkeit der Wanderrouten im Rheinsystem und der Situation des Atlantischen Lachses im marinen Umfeld wurden vorgestellt.