Wasserkraftnutzung und Stauanlagen

Mit der Nutzung von Wasserkraft zur Gewinnung von elektrischer Energie ist die nachhaltige Veränderung von Fließgewässern verbunden.

© Wolfgang Geuke
Aale werden zwar vor dem Einschwimmen in der Rechen bewahrt aber werden irgendwann tot oder völlig entkräftet in den Treibgutcontainer verfrachtet, wo sie sie letztlich verenden

Die Stauanlagen stellen ohne funktionierende Wanderhilfe für Wanderfische ein unüberwindliches Hindernis dar. Sie werden dadurch von ihren Laichgründen abgeschnitten und sind somit vom Aussterben bedroht.

Junge Lachse und Meerforellen, die flussabwärts ins Meer wandern, und erwachsene Aale auf ihrem Weg zu ihren Laichgebieten in der Sargassosee werden neben vielen anderen Arten durch die Turbinen der Wasserkraftnutzung mitunter verletzt oder sogar getötet. Das passiert an jedem Kraftwerk auf ihrem langen Weg ins Meer.

© Dieter Prehn
31 tote Bachforellen sind das traurige Ergebnis eines Tages nach der Passage einer Francis-Turbine

Wehre und andere Stauanlagen verändern den Charakter des betroffenen Gewässerabschnitts. Die Fließgeschwindigkeit sinkt drastisch. Der Sauerstoffgehalt sinkt und mitunter verschlammt der Gewässergrund.

Für Gewässerlebewesen, die an das Leben in einem Fluss angepasst sind, stehen diese Abschnitte des Gewässers als Lebensraum damit nicht mehr zur Verfügung. Es kommt zu einer drastischen Verringerung der Artenvielfalt und der Anzahl der dort lebenden Fische. Fischpässe werden gebaut, um den Fischen die Möglichkeit zu geben, das tödliche Hindernis zu vermeiden. Viele dieser Fischpässe funktionieren jedoch nicht ausreichend für die Fische. Bis heute gibt es keine technischen Lösungen, die die schädlichen Auswirkungen für die Fische vollkommen vermeiden.

Es gilt also, den besten verfügbaren Standard zu nutzen und trotzdem abzuwägen, ob ein vergleichbar kleiner energetischer oder finanzieller Nutzen eines Einzelnen, eine Zerstörung eines gesamten Lebensraums und die Vernichtung zahlreicher Lebewesen rechtfertigt.

Wasserkraft aus Laufwasserkraftwerken ist leider keine „grüne Energie“.

Netz- und Angelfischerei

Die Bestände des Atlantischen Lachses in den deutschen Flussgebieten sind weit davon entfernt selbsttragend zu sein.

© Stefan Ludwig
Hamenkutter bei Brake in der Weser

Es muss das Ziel gemeinsamer Anstrengungen von Fischern, Anglern und Verbrauchern sein, die Bestände schnellstmöglich aufzubauen.

„Wanderfische ohne Grenzen“ unterstützt ausdrücklich das Ziel, die Nutzung der Bestände von Lachs, Meerforelle und anderen Wanderfischen als Quelle für hochwertige Nahrungsmittel zu ermöglichen.

Fischfressende Vögel

Zu den zahlreichen Faktoren, mit denen der Mensch den Fischen das Leben und Überleben in unseren Gewässern schwer macht, kommt eine weitere Bedrohung.

© Stefan Ludwig
Kormorane machen sich den den Verzögerungseffekt durch Wanderhindernisse zeitweise zu großen Scharen zu Nutzen

Fischfressende Vögel wie Kormoran und Gänsesäger haben sich in den letzten Jahrzehnten stark vermehrt.

Viele Fischarten in Deutschland sind in der Gefahr auszusterben. Fischfressende Vögel, stellen eine Bedrohung für die fragilen Fischbestände dar.

Fischwilderei

Die nicht rechtmäßige Befischung von Großsalmoniden wie Lachs und Meerforelle mit illegalen Methoden im Bereich von Stauanlagen stellt eine nicht hinzunehmende Bedrohung für die Bemühungen zum Bestandsaufbau dar.

Zur Verhinderung dieser Straftaten müssen alle dem Rechtsstaat zu Verfügung stehenden Mittel genutzt werden. Es handelt sich nicht um ein Bagatellvergehen und duldet keine Toleranz.

Gewässerverschmutzung

Die Verschmutzung unserer Gewässer mit industriellen Abfallstoffen und häuslichem Abwasser konnte in den letzten Jahrzehnten deutlich reduziert werden.

Der Eintrag von Phosphat aus Kläranlagen wurde stark verringert.

Die Verschmutzung der Gewässer stellt insbesondere für den Lachs nicht mehr das wesentliche Hindernis für eine Wiederbesiedelung dar. Probleme der heutigen Zeit sind hormonell wirksame Substanzen aus Arzneimitteln, die sich im Abwasser befinden. Ein hoher Sedimenteintrag und eine hohe Stickstoffbelastung aus landwirtschaftlicher Nutzung ist in manchen kleineren Gewässern Grund für eine Verschlechterung der Laichsubstrate für Kieslaicher wie beispielsweise Lachs und Forelle.