In den meisten deutschen Gewässern lebten ursprünglich Störe.

Der größte Vertreter der Störe, der Hausen (Huso huso) , laichte unter anderem in der Donau und wanderte ins Schwarze Meer, um seine außerordentliche Körpergröße von bis zu 8 Metern und ein Gewicht von 1.500 kg zu erreichen. (siehe auch Wanderfisch-Datenbank historische Fänge Kaspisches Meer)

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Sterlet (Acipenser ruthenus)

Auch die kleinste deutsche Störart, der Sterlet (Acipenser ruthenus), lebt in der Donau und wird nur maximal einen Meter lang. Weitergehende Informationen zum Sterlet finden sie unter : Life Sterlet, EU-Projekt LIFE Sterlet abgeschlossen: über 235.000 Jungfische wurden in Donau und March ausgesetzt!

Der Europäische Stör (Acipenser sturio) und der Atlantische oder auch baltische Stör (Acipenser oxyrinchus) besiedelten die Flüsse, die in Nordsee, Ostsee und Atlantik münden. Auch sie erreichten mit 3 Metern Länge und 300 kg Gewicht beeindruckende Größen.
Es gibt verschiedene Aktivitäten zu Wiederansiedlung des Europäischen Störs in Rhein und Elbe. Weiterführende Informationen dazu sind zu finden unter : Wiederansiedlung Europäischer Störe | BFN, Erneute Aussetzung von 250 Europäischen Stören im Rhein – De Rijn Verbindt

Der atlantische oder baltische Stör wird im Bereich der Ostsee (in Deutschland/Polen in der Oder) wieder angesiedelt. Informationen sind zu finden unter : Wiederansiedlung Baltischer Störe | BFN , MdLFA_Heft65.pdf, HaffStör | IGB

Der gemeine Stör (Acipenser sturio)© Stefan Ludwig
Gemeiner oder europäischer Stör (Acipenser sturio)

Alle Störe erinnern in ihrer Form an Haie und wirken urtümlich mit den Knochenplatten, die den Körper bedecken. Tatsächlich sind Störe entwicklungsgeschichtlich sehr alte Tierarten. Der Stör liefert den Kaviar. Beluga Kaviar ist der Rogen (Eier) des Hausens. Auch das Fleisch der Störe ist überaus wohlschmeckend.

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Hausen (Huso huso) von ca. 2,5m Länge

Ein Grund für das Aussterben in Deutschland und die weltweite starke Gefährdung der Störe ist die Überfischung. Als Wanderfische sind jedoch auch sie auf freien Zugang zu ihren Laichgründen angewiesen.

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Atlantischer Stör (Acipenser oxyrinchus) oben und Gemeiner Stör (Acipenser sturio) unten

Wanderhindernisse sind ein wesentlicher Grund dafür, dass Störe in Deutschland trotz intensiver Bemühungen noch nicht nachhaltig wieder angesiedelt werden konnten. Die Vorstellung, dass Hausen mit einer Tonne Gewicht in der Donau bis in die Gegend von Ulm wanderten, lässt ahnen, welche atemberaubenden Naturerlebnisse den Menschen unserer Zeit nicht mehr vergönnt sind.